Auf der Weiterfahrt durch das Wadi, das jetzt Wadi Sahtan heißt (Wadi Bani Awf bog in eine andere Richtung ab), sind einige Furten mit Wasser zu durchqueren. Außerdem begleiten mich kilometerweit die sogenannten Wellblech-Pisten. Das ist eine arge Materialbelastung für das Rad und so lockern sich schnell einige Schrauben. Mit dem Fahrrad kann man aber meistens rechts oder links davon ausweichen.
Wirklich wunderschön sind die Wadis, teilweise fährt man durch ein etwas breiteres Tal auf eine Mauer aus Fels zu. Man fragt sich, wo die Straße wohl weitergehen wird, aber immer öffnet sich ein Spalt und der Weg zwängt sich durch eine Schlucht, um auf der anderen Seite wieder in das nächste breite Flussbett zu münden. Ein Mann kommt mir zu Fuß entgegen und wir unterhalten uns in einer Mischung aus englisch, arabisch und Handzeichen. Ob er Wasser braucht? Nein, sein Haus ist gleich um die Ecke. Wo ich geschlafen habe? Ich bedeute ihm, in dem engen Wadi. Wo ich hinwill? Nach Ibri - mashallah, so Gott will und dann gehen bzw. fahren wir beide unserer Wege.
Weiter geht es durch spektakuläre Landschaft. Der Jebel Akhbar-Gebirgszug mit dem Gipfel des Jebel Shams kommt in Sicht. Ich sehe auch die Straße, die hochführt. Nein, das ist definitiv zu steil! Da muss ich mal sehen, ob es nicht einen anderen Weg gibt. Bisher ist diese Strecke für mich die wohl schönste, die ich im Oman gefahren bin. Ab Amq wird die Piste zu einer Art Highway ausgebaut. Ein ca. 5 km langes Stück fehlt noch. Es wird gebohrt, gebaggert und gesprengt, was das Zeug hält. Eine Betonmauer verschandelt das Landschaftsbild. Teilweise wurde hier den Dattelbauern eine 3 Meter hohe Betonwand vor die Tür gesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das von den Anwohnern so gewollt war.
Klar, dadurch gibt es jetzt keine Überschwemmungen mehr, weil der Fluss jetzt in geregelten Bahnen verläuft. Wenn es denn mal regnet und das kommt selten genug vor. Das letzte Mal war das im letzten Februar! Schön ist jedenfalls was anderes und ich bin froh, als ich von dem ganzen Staub und der Baustelle weg bin.
Die Hauptstraße Richtung Ibri ist allerdings auch nicht der Brüller. Ich beschließe also durch 2 angrenzende Wadis die Strecke nach Ibri etwas aufzulockern. Dafür muss ich aber noch bis km 57 biken. In einem Supermarkt spricht mich ein Mann an. Das Übliche Woher und Wohin. Er kann nicht glauben, dass ich immer allein im Zelt schlafe. Er lädt mich zu sich nach Hause ein. Er hat 2 kleine Kinder dabei, könnte ich also schon machen. Aber wenn ich es bis morgen nach Ibri schaffen will, klappt das nicht. Ich lehne höflich ab. Es kommt keine zweite Aufforderung, also war es vielleicht doch wieder reine Höflichkeit.
Ich bin super froh, als ich in die Berge abbiegen kann. Das Wadi ist traumhaft! Mit Palmen, Bäumen und Oleander bewachsen und immer wieder Wassertümpel. Ich finde einen wunderschönen Platz im Wadibett und schlage dort mein Nachtlager auf. So klingt bei mir das alte Jahr bei Spaghetti mit Thunfisch (ja, ich weiß, das hatte ich Weihnachten schon :-)) aus. Die Sonne strahlt die Berge rot an und ein toller Sternenhimmel spannt sich über mein Zelt. Nachts wird es angenehm kühl, hier auf 1000 Metern.
Der Neujahrs"brunch" besteht aus einem Schokocroissant, Fladenbrot mit Orangenmarmelade und einer Tasse 3 in 1 Nescafé. Ein Schäfer kommt vorbei und schaut mir ganz genau zu, wie ich mein Rad belade. Leider ist keine Verständigung möglich. Ich schenke ihm eine Postkarte von München. Dann geht es weiter durch das Wadi in stetigem Auf und Ab.
Ich komme an wunderschönen Oasenorten vorbei und in einem davon nehme ich dann doch eine Einladung zum Kaffeetrinken an. Ein Mann hat neben mir angehalten und mich in sein Haus eingeladen. Seine Frau und 6 (von 9) seiner Kinder sind da. Er spricht recht passabel englisch und er erzählt mir, dass er erst vor kurzem bei seinem 90jährigen Vater ausgezogen ist, weil der nochmal ein neue, jüngere Frau geheiratet hat. Ich werde in den Wohnbereich geführt und es gibt erst mal Tee mit Milch, dann den berühmten Omani-Kaffee. Der schmeckt wirklich übel. Ich habe keine Ahnung, was da genau drin ist, Kaffee ist es jedenfalls nicht. 3 Schälchen davon, wird mir erklärt, soll ich davon trinken. Irgendwie kriege ich das Zeug schon runter. Dazu gibt es leckere Datteln und Obst. Hier dauert so eine Einladung nicht ewig wie in Iran und nach einer Stunde werde ich höflich verabschiedet.
Leider muss ich dann irgendwann auf die Hauptstraße nach Ibri einbiegen. Die zieht sich dann wieder ganz schön durch die Hitze und eine baumlose Ebene. Mein Mund ist schon wieder staubtrocken, meine Lippen brennen. Endlich komme ich in Ibri an und fahre zu meiner warmshowers-Gastgeberin Catherine. Sie ist aus England und ist seit einem Jahr hier in Ibri als Englisch-Lehrerin an einem College beschäftigt. Sie ist an den Wochenenden immer in den Bergen mit dem Mountainbike unterwegs.
Es ist noch ein Pärchen da: Lindsay, eine Krankenschwester aus Kanada und Paolo, ein IT-ler aus Italien. Die beiden sind zusammen mit einer Vespa unterwegs. Von hier wollen sie noch nach Iran und in die -stans-Länder. 9 Monate soll die Tour noch gehen. Am Ende soll die Vespa wieder nach Italien gebracht werden. Es wird ein richtig lustiger Abend, Catherine kocht für uns und wir haben interessante Gespräche über das Reisen. Außerdem kennt Catherine fast jedes Wadi in den Bergen und kann mich super beraten, welches zu steil, welches machbar ist.
Wirklich wunderschön sind die Wadis, teilweise fährt man durch ein etwas breiteres Tal auf eine Mauer aus Fels zu. Man fragt sich, wo die Straße wohl weitergehen wird, aber immer öffnet sich ein Spalt und der Weg zwängt sich durch eine Schlucht, um auf der anderen Seite wieder in das nächste breite Flussbett zu münden. Ein Mann kommt mir zu Fuß entgegen und wir unterhalten uns in einer Mischung aus englisch, arabisch und Handzeichen. Ob er Wasser braucht? Nein, sein Haus ist gleich um die Ecke. Wo ich geschlafen habe? Ich bedeute ihm, in dem engen Wadi. Wo ich hinwill? Nach Ibri - mashallah, so Gott will und dann gehen bzw. fahren wir beide unserer Wege.
Weiter geht es durch spektakuläre Landschaft. Der Jebel Akhbar-Gebirgszug mit dem Gipfel des Jebel Shams kommt in Sicht. Ich sehe auch die Straße, die hochführt. Nein, das ist definitiv zu steil! Da muss ich mal sehen, ob es nicht einen anderen Weg gibt. Bisher ist diese Strecke für mich die wohl schönste, die ich im Oman gefahren bin. Ab Amq wird die Piste zu einer Art Highway ausgebaut. Ein ca. 5 km langes Stück fehlt noch. Es wird gebohrt, gebaggert und gesprengt, was das Zeug hält. Eine Betonmauer verschandelt das Landschaftsbild. Teilweise wurde hier den Dattelbauern eine 3 Meter hohe Betonwand vor die Tür gesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das von den Anwohnern so gewollt war.
Klar, dadurch gibt es jetzt keine Überschwemmungen mehr, weil der Fluss jetzt in geregelten Bahnen verläuft. Wenn es denn mal regnet und das kommt selten genug vor. Das letzte Mal war das im letzten Februar! Schön ist jedenfalls was anderes und ich bin froh, als ich von dem ganzen Staub und der Baustelle weg bin.
Die Hauptstraße Richtung Ibri ist allerdings auch nicht der Brüller. Ich beschließe also durch 2 angrenzende Wadis die Strecke nach Ibri etwas aufzulockern. Dafür muss ich aber noch bis km 57 biken. In einem Supermarkt spricht mich ein Mann an. Das Übliche Woher und Wohin. Er kann nicht glauben, dass ich immer allein im Zelt schlafe. Er lädt mich zu sich nach Hause ein. Er hat 2 kleine Kinder dabei, könnte ich also schon machen. Aber wenn ich es bis morgen nach Ibri schaffen will, klappt das nicht. Ich lehne höflich ab. Es kommt keine zweite Aufforderung, also war es vielleicht doch wieder reine Höflichkeit.
Ich bin super froh, als ich in die Berge abbiegen kann. Das Wadi ist traumhaft! Mit Palmen, Bäumen und Oleander bewachsen und immer wieder Wassertümpel. Ich finde einen wunderschönen Platz im Wadibett und schlage dort mein Nachtlager auf. So klingt bei mir das alte Jahr bei Spaghetti mit Thunfisch (ja, ich weiß, das hatte ich Weihnachten schon :-)) aus. Die Sonne strahlt die Berge rot an und ein toller Sternenhimmel spannt sich über mein Zelt. Nachts wird es angenehm kühl, hier auf 1000 Metern.
Der Neujahrs"brunch" besteht aus einem Schokocroissant, Fladenbrot mit Orangenmarmelade und einer Tasse 3 in 1 Nescafé. Ein Schäfer kommt vorbei und schaut mir ganz genau zu, wie ich mein Rad belade. Leider ist keine Verständigung möglich. Ich schenke ihm eine Postkarte von München. Dann geht es weiter durch das Wadi in stetigem Auf und Ab.
Ich komme an wunderschönen Oasenorten vorbei und in einem davon nehme ich dann doch eine Einladung zum Kaffeetrinken an. Ein Mann hat neben mir angehalten und mich in sein Haus eingeladen. Seine Frau und 6 (von 9) seiner Kinder sind da. Er spricht recht passabel englisch und er erzählt mir, dass er erst vor kurzem bei seinem 90jährigen Vater ausgezogen ist, weil der nochmal ein neue, jüngere Frau geheiratet hat. Ich werde in den Wohnbereich geführt und es gibt erst mal Tee mit Milch, dann den berühmten Omani-Kaffee. Der schmeckt wirklich übel. Ich habe keine Ahnung, was da genau drin ist, Kaffee ist es jedenfalls nicht. 3 Schälchen davon, wird mir erklärt, soll ich davon trinken. Irgendwie kriege ich das Zeug schon runter. Dazu gibt es leckere Datteln und Obst. Hier dauert so eine Einladung nicht ewig wie in Iran und nach einer Stunde werde ich höflich verabschiedet.
Leider muss ich dann irgendwann auf die Hauptstraße nach Ibri einbiegen. Die zieht sich dann wieder ganz schön durch die Hitze und eine baumlose Ebene. Mein Mund ist schon wieder staubtrocken, meine Lippen brennen. Endlich komme ich in Ibri an und fahre zu meiner warmshowers-Gastgeberin Catherine. Sie ist aus England und ist seit einem Jahr hier in Ibri als Englisch-Lehrerin an einem College beschäftigt. Sie ist an den Wochenenden immer in den Bergen mit dem Mountainbike unterwegs.
Es ist noch ein Pärchen da: Lindsay, eine Krankenschwester aus Kanada und Paolo, ein IT-ler aus Italien. Die beiden sind zusammen mit einer Vespa unterwegs. Von hier wollen sie noch nach Iran und in die -stans-Länder. 9 Monate soll die Tour noch gehen. Am Ende soll die Vespa wieder nach Italien gebracht werden. Es wird ein richtig lustiger Abend, Catherine kocht für uns und wir haben interessante Gespräche über das Reisen. Außerdem kennt Catherine fast jedes Wadi in den Bergen und kann mich super beraten, welches zu steil, welches machbar ist.
Mein Weg führt mich von Ibri zu den Bienenwaben-Gräbern von Al-Ayn. Sie liegen einsam und verlassen auf einer farbigen Hügelkette vor dem Gebirgszug des Jebel Misht (Misht = Kamm) - auf dem Foto ist der Gebirgszug nicht zu sehen, er befindet sich weiter links.
5000 Jahre alt sind diese drei bis vier Meter hohen Gräber, von denen noch 18 Stück ihre ursprüngliche Gestalt haben. Jedes hat einen bogenförmigen Eingang, manche haben mehrere Mauern, die die Grabkammer wie eine Zwiebel umschließen. Außer Keramikresten haben Archäologen allerdings nichts in den Gräbern gefunden.
Catherine hat mir den Tipp gegeben, von dort aus ins Wadi Dum zu fahren. Es ist ein Sackgassen-Wadi, d.h. Verkehr gibt es dort keinen. Es ist auch kein Ort am Ende des Wadis sondern am Wadi-Ausgang. Wunderbar, hier finde ich einen der einsamsten und ruhigsten Schlafplätze meiner Tour.
Am nächsten Tag will ich es endlich wagen und mache mich auf den Weg zum Jebel Akhbar, bzw. auf das Jebel Shams Plateau. Das Plateau befindet sich auf 2000 Metern mit Blick auf den Jebel Shams, den mit 3009 Metern höchsten Berg des Oman. Die erste Etappe führt durch die Berge über eine super steile Piste nach Minthar und auf der anderen Seite noch viel steiler hinunter in das Wadi Ghul. Mir ist es ein Rätsel, wie jemand diese Steigung erstens bauen, zweitens fahren kann. Teilweise schiebe ich bergab. Leider kommen Steigungen nie so richtig auf den Fotos rüber. Ich habe die Kamera jedenfalls nicht schief gehalten.
Vom Wadi Ghul geht es bergauf, zunächst auf einer Teerstraße. Aber auch die wird so steil, dass es nur noch mit Schieben weitergeht.
Nach 3 Stunden bergauf-Schieben habe ich die Nase voll und miete mir einen Jeep nebst Fahrer, der mich auf das Plateau bringt. Eine super Entscheidung, finde ich, als ich auf der Fahrt die weiterführende Piste sehe. Unfassbar, das hätte ich an dem Tag nie geschafft.
13 km sind es noch bis zum Jebel Shams Resort, an dem man auch campen kann. Für 40€ ist sogar Frühstück und Abendessen mit dabei. Eine eindrucksvolle, wilde Gebirgslandschaft umgibt das Resort und man kann direkt den Gipfel des Jebel Shams sehen. Auch hier sitzt wieder das Militär on top, aber man kann über einen Wanderweg hinaufgehen. Allerdings sind das 12 Stunden hin und zurück, was mich angesichts der Tatsache, dass die Sonne erst um 6.30 Uhr aufgeht und es schon um 18 Uhr dunkel ist, nicht anmacht. Und was sind schon 3009 Meter, pah, da hab ich schon ganz andere Sachen gemacht :-) Deswegen schenke ich mir den Aufstieg auf den Gipfel.
Ich treffe hier Lindsay und Paolo wieder, die aber an den Klippen über dem Grand Canyon des Oman zelten wollen. Da ist es saukalt und windig und ich bin froh, dass ich mir in der Kälte nichts mehr kochen muss, sondern mir schön gepflegt ein leckeres Buffet einverleiben kann.
Ja, es gibt hier einen sogenannten Grand Canyon, der seinem Namen auch wirklich alle Ehre macht. Man kann hier entlang den sogenannten Balcony Walk machen.
Dieser führt ca. 50 Meter unterhalb des Canyonrands bis zum Ende der Schlucht. 1,5 Stunden dauert der Weg einfach. Ich brauche mit all meinen Fotostops und Selfies 2,5 Stunden.
Am Ende des Canyons ist das verlassene Dorf Seb zu besichtigen. Ähnlich wie in den USA in Mesa Verde versteckt sich das Dorf unter einer überhängenden Felswand.
Es ist unglaublich, wie entbehrungsreich das Leben hier gewesen sein muss. Es wurde ein Bewässerungssystem und Wasserdepots in die Felsen gebaut und in mühevoller Kleinarbeit einige Terrassen zum Bewirtschaften aus dem Fels gearbeitet.
Mein Highlight diesen Abend ist mal wieder das Buffet, allen voran der Nachtisch: Vanillepudding mit frischen Früchten drin - absoluter HAMMER!
Am nächsten Tag komme ich in den Genuss eines gigantischen Downhills von insgesamt 25 Kilometern. Allerdings muss ich auf den steilsten Stücken immer wieder anhalten, um meine Bremsen abkühlen zu lassen.
Schon mittags komme ich in Bahla an und nehme ein Zimmer im Bahla Hotel. Mein Rad darf mit ins Zimmer. Das ist gut so, denn ich muss einige Schrauben nachziehen, die sich auf den Rüttelpisten gelockert haben.
Zuerst fahre ich aber nochmal 12 km ohne Gepäck zur Wohnburg von Jabrin, die sich inmitten von Dattelplantagen befindet. Sie wurde 1984 renoviert und mit traditionellen Gegenständen und Möbelstücken ausgestattet, so dass man einen sehr guten Einblick in die traditionelle omanische Wohnkultur bekommt. Erbaut wurde der Palast 1670 von Sultan al-Ya´aruba, 1688 wurde Jabrin die Hauptstadt des Oman. Besonders interessant sind die Vorratsräume für Datteln. Diese wurden tonnenweise hier gelagert, um im Falle einer Belagerung lange ausharren zu können. Durch das Gewicht der Datteln, wurde der Dattelsirup herausgepresst und in Krügen aufgefangen. Im Falle eines Angriffs wurde der Dattelsirup erhitzt und durch Rinnen auf die Angreifer gegossen.
Da Lindsay und Paolo auch noch hier sind, treffen wir uns spontan zum Abendessen. Die zwei sind wirklich sehr liebe Zeitgenossen und die Gespräche machen richtig Spaß. Wir hoffen, dass wir uns auf der Strecke Sur-Salalah treffen werden, um dort ein schönes Camp an einem der Bilderbuch-Strände aufzuschlagen.
Bahla und sein Fort Hisn Tamah, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde, sind von der Unesco geschützt. Das Fort ist von seiner Größe her wirklich beeindruckend und wurde auch wunderbar restauriert. Allerdings ist es doch sehr kahl. Es fehlen die Beschilderungen, eine Broschüre oder ein Audioguide. Allerdings kann man viel Zeit damit verbringen, die vielen Türme zu ersteigen und durch die Räume zu streifen. Der Blick von hier oben über die Oase ist ebenfalls sehr lohnenswert. Generell hat mir der Palast von Jabrin gestern aber viel besser gefallen, da er sehr liebevoll hergerichtet und mit einigen schönen Accessoires ausgestattet war.
Bahla kann außerdem mit der längsten noch erhaltenen Stadtmauer des Oman aufwarten. Nur an zwei Stellen ist sie von der Hauptstraße durchtrennt.
Heute ist Freitag, damit der Sonntag der Muslime. Es gibt am Vormittag im Souk von Bahla einen Tiermarkt, den ich mir anschauen will. Ich bin die einzige Touristin und auch die einzige Frau und komme mir schon ein bisschen komisch vor. Ich verdrücke mich in eine Ecke, wo mich keiner so recht bemerkt und schaue mir das Treiben an.
5000 Jahre alt sind diese drei bis vier Meter hohen Gräber, von denen noch 18 Stück ihre ursprüngliche Gestalt haben. Jedes hat einen bogenförmigen Eingang, manche haben mehrere Mauern, die die Grabkammer wie eine Zwiebel umschließen. Außer Keramikresten haben Archäologen allerdings nichts in den Gräbern gefunden.
Catherine hat mir den Tipp gegeben, von dort aus ins Wadi Dum zu fahren. Es ist ein Sackgassen-Wadi, d.h. Verkehr gibt es dort keinen. Es ist auch kein Ort am Ende des Wadis sondern am Wadi-Ausgang. Wunderbar, hier finde ich einen der einsamsten und ruhigsten Schlafplätze meiner Tour.
Am nächsten Tag will ich es endlich wagen und mache mich auf den Weg zum Jebel Akhbar, bzw. auf das Jebel Shams Plateau. Das Plateau befindet sich auf 2000 Metern mit Blick auf den Jebel Shams, den mit 3009 Metern höchsten Berg des Oman. Die erste Etappe führt durch die Berge über eine super steile Piste nach Minthar und auf der anderen Seite noch viel steiler hinunter in das Wadi Ghul. Mir ist es ein Rätsel, wie jemand diese Steigung erstens bauen, zweitens fahren kann. Teilweise schiebe ich bergab. Leider kommen Steigungen nie so richtig auf den Fotos rüber. Ich habe die Kamera jedenfalls nicht schief gehalten.
Vom Wadi Ghul geht es bergauf, zunächst auf einer Teerstraße. Aber auch die wird so steil, dass es nur noch mit Schieben weitergeht.
Nach 3 Stunden bergauf-Schieben habe ich die Nase voll und miete mir einen Jeep nebst Fahrer, der mich auf das Plateau bringt. Eine super Entscheidung, finde ich, als ich auf der Fahrt die weiterführende Piste sehe. Unfassbar, das hätte ich an dem Tag nie geschafft.
13 km sind es noch bis zum Jebel Shams Resort, an dem man auch campen kann. Für 40€ ist sogar Frühstück und Abendessen mit dabei. Eine eindrucksvolle, wilde Gebirgslandschaft umgibt das Resort und man kann direkt den Gipfel des Jebel Shams sehen. Auch hier sitzt wieder das Militär on top, aber man kann über einen Wanderweg hinaufgehen. Allerdings sind das 12 Stunden hin und zurück, was mich angesichts der Tatsache, dass die Sonne erst um 6.30 Uhr aufgeht und es schon um 18 Uhr dunkel ist, nicht anmacht. Und was sind schon 3009 Meter, pah, da hab ich schon ganz andere Sachen gemacht :-) Deswegen schenke ich mir den Aufstieg auf den Gipfel.
Ich treffe hier Lindsay und Paolo wieder, die aber an den Klippen über dem Grand Canyon des Oman zelten wollen. Da ist es saukalt und windig und ich bin froh, dass ich mir in der Kälte nichts mehr kochen muss, sondern mir schön gepflegt ein leckeres Buffet einverleiben kann.
Ja, es gibt hier einen sogenannten Grand Canyon, der seinem Namen auch wirklich alle Ehre macht. Man kann hier entlang den sogenannten Balcony Walk machen.
Dieser führt ca. 50 Meter unterhalb des Canyonrands bis zum Ende der Schlucht. 1,5 Stunden dauert der Weg einfach. Ich brauche mit all meinen Fotostops und Selfies 2,5 Stunden.
Am Ende des Canyons ist das verlassene Dorf Seb zu besichtigen. Ähnlich wie in den USA in Mesa Verde versteckt sich das Dorf unter einer überhängenden Felswand.
Es ist unglaublich, wie entbehrungsreich das Leben hier gewesen sein muss. Es wurde ein Bewässerungssystem und Wasserdepots in die Felsen gebaut und in mühevoller Kleinarbeit einige Terrassen zum Bewirtschaften aus dem Fels gearbeitet.
Mein Highlight diesen Abend ist mal wieder das Buffet, allen voran der Nachtisch: Vanillepudding mit frischen Früchten drin - absoluter HAMMER!
Am nächsten Tag komme ich in den Genuss eines gigantischen Downhills von insgesamt 25 Kilometern. Allerdings muss ich auf den steilsten Stücken immer wieder anhalten, um meine Bremsen abkühlen zu lassen.
Schon mittags komme ich in Bahla an und nehme ein Zimmer im Bahla Hotel. Mein Rad darf mit ins Zimmer. Das ist gut so, denn ich muss einige Schrauben nachziehen, die sich auf den Rüttelpisten gelockert haben.
Zuerst fahre ich aber nochmal 12 km ohne Gepäck zur Wohnburg von Jabrin, die sich inmitten von Dattelplantagen befindet. Sie wurde 1984 renoviert und mit traditionellen Gegenständen und Möbelstücken ausgestattet, so dass man einen sehr guten Einblick in die traditionelle omanische Wohnkultur bekommt. Erbaut wurde der Palast 1670 von Sultan al-Ya´aruba, 1688 wurde Jabrin die Hauptstadt des Oman. Besonders interessant sind die Vorratsräume für Datteln. Diese wurden tonnenweise hier gelagert, um im Falle einer Belagerung lange ausharren zu können. Durch das Gewicht der Datteln, wurde der Dattelsirup herausgepresst und in Krügen aufgefangen. Im Falle eines Angriffs wurde der Dattelsirup erhitzt und durch Rinnen auf die Angreifer gegossen.
Da Lindsay und Paolo auch noch hier sind, treffen wir uns spontan zum Abendessen. Die zwei sind wirklich sehr liebe Zeitgenossen und die Gespräche machen richtig Spaß. Wir hoffen, dass wir uns auf der Strecke Sur-Salalah treffen werden, um dort ein schönes Camp an einem der Bilderbuch-Strände aufzuschlagen.
Bahla und sein Fort Hisn Tamah, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde, sind von der Unesco geschützt. Das Fort ist von seiner Größe her wirklich beeindruckend und wurde auch wunderbar restauriert. Allerdings ist es doch sehr kahl. Es fehlen die Beschilderungen, eine Broschüre oder ein Audioguide. Allerdings kann man viel Zeit damit verbringen, die vielen Türme zu ersteigen und durch die Räume zu streifen. Der Blick von hier oben über die Oase ist ebenfalls sehr lohnenswert. Generell hat mir der Palast von Jabrin gestern aber viel besser gefallen, da er sehr liebevoll hergerichtet und mit einigen schönen Accessoires ausgestattet war.
Bahla kann außerdem mit der längsten noch erhaltenen Stadtmauer des Oman aufwarten. Nur an zwei Stellen ist sie von der Hauptstraße durchtrennt.
Heute ist Freitag, damit der Sonntag der Muslime. Es gibt am Vormittag im Souk von Bahla einen Tiermarkt, den ich mir anschauen will. Ich bin die einzige Touristin und auch die einzige Frau und komme mir schon ein bisschen komisch vor. Ich verdrücke mich in eine Ecke, wo mich keiner so recht bemerkt und schaue mir das Treiben an.
Eigentlich werden hier nur Ziegen und Schafe gehandelt. Die Männer bilden einen Kreis und eine Gasse, durch die die Händler ihr Vieh führen. Ist einer der Umstehenden an einem Tier interessiert, wird ihm ins Maul und in den Hintern geschaut, außerdem die Hufe kontrolliert. Man bekommt vom Feilschen allerdings nicht wirklich etwas mit, das geht alles sehr ruhig vonstatten.
Von Bahla zieht es mich wieder in die Berge. Schließlich habe ich noch einige Zeit, bis ich in Muscat bei Marisol und Lucien (aus Musandam) sein will. Ob ich nochmal einige der richtig steilen Bergstrecken machen werde, mal sehen...
Von Bahla zieht es mich wieder in die Berge. Schließlich habe ich noch einige Zeit, bis ich in Muscat bei Marisol und Lucien (aus Musandam) sein will. Ob ich nochmal einige der richtig steilen Bergstrecken machen werde, mal sehen...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen