Zum Glück ist es so früh morgens noch angenehm kühl und ein strahlendblauer Himmel begrüßt mich heute. Bis ich aus Sari rausbin und noch 20 km danach ist wieder mal ein mörderischer Verkehr und das Radeln macht erst danach wirklich Spaß. Die Polizei will mal wieder plaudern und auch sonst wird mir eifrig zugejubelt und zugehupt.
Der Fahrer eines BMW X3 - ja auch das gibt es hier - hält an und will mit mir plaudern, als ich gerade im Schatten am Straßenrand ein paar Nüsse knabbere. Seine total verschleierte Frau steigt nicht aus. Dass er überhaupt mit mir redet, wundert mich. Als ich ihm erzähle, dass ich bei BMW arbeite ist er total begeistert und überschlägt sich fast. Deutschland wäre so schön und die Deutschen ganz tolle Leute (ich glaube allerdings, ich bin die erste Deutsche, die er trifft) und unsere Produkte, allen voran natürlich die Autos sind cheili chub (sehr gut). Außerdem will er wissen, was man im Ausland über den Iran denkt. Ich erkläre ihm, dass ich genau das jetzt hier mal sehen will, denn in Deutschland schlagen alle nur die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie das Wort "Iran" schon hören. Ich versichere ihm aber, dass ich bisher nur Gutes nach Deutschland berichten kann. Er bedankt sich sehr dafür und wünscht mir weiterhin gute Reise und ich soll doch bitte allen in Deutschland berichten, in was für einem schönen Land er lebt. So, und das tue ich hiermit. Er ist im Übrigen nicht der Einzige, der mich das fragt und alle wollen, dass möglichst viele Touristen hierher kommen. Sie sollen keine Angst haben, denn hier erwartet einen eine unglaubliche Gastfreundschaft. Mehr dazu später!
Was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist, wie die Familien, die hier jetzt am Wochenende in die Berge fahren, sich direkt neben den Straßenrand zum Picknicken hinsetzen können. Es gibt kaum eine Familie, die mal ein paar Meter in den Wald weiter reingeht. Ich bin froh, als ich nach meiner Nussknabber-Pause wieder weiter radeln kann, denn erstens ist es brutal laut und die LKWs mit ihrem Abgasgestank machen das ganze auch nicht angenehmer. Auch hier wieder Müll ohne Ende, jeder hinterläßt einfach seinen Abfall, wenn das Picknick vorbei ist. Kommen dann die nächsten an diesen Platz, wird ein Fleckchen freigeräumt, wo man dann seine Matte ausbreitet. Mir unverständlich, aber vielleicht sind wir in Deutschland einfach schon so von der Sauberkeit verwöhnt, dass uns das erst recht unangenehm auffällt.
Und so radle ich an picknickenden Familien vorbei, die mich alle grüßen und mir zuwinken, denn heute ist ja wieder der persische Sonntag (Freitag).
Als ich Mittag mache und mein gestern gekauftes Huhn futtere, fragt mich eine Frau, ob ich nicht zu ihr zum Mittagessen kommen will. Da sie aber 5 km weiter richtig steil den Berg hoch wohnt, lehne ich 3x dankend ab. Ich glaube, sie war dann ein bisschen beleidigt, aber ich will mich nicht noch zusätzlich irgendwo einen steilen Schotterweg hochquälen, den ich wahrscheinlich nur hätte schieben können. Mir klebt jetzt schon die Bluse und die Hose am Körper und ich habe bestimmt schon 6 Liter Wasser getrunken. Ich frage mich wieder mal, wie die Frauen das hier mit ihren Kutten und ihren Tschadors aushalten. Ich würde mir am liebsten jede Minute dieses Zeug vom Leib reißen und einfach mit T-Shirt und kurzer Hose weiterradeln, aber leider ist das nicht möglich. Deswegen sieht man wahrscheinlich auch so wenig Frauen, die hart arbeiten. Das hält ja kein Mensch aus bei der Hitze.
An einem Bauarbeitercamp sehe ich einen Mann Wasser aus einem Hahn in seine Wasserflasche füllen. Ich frage ihn, ob das Trinkwasser ist. Ja, wäre es, aber die Jungs aus dem Bauarbeitercamp haben das schon mitgekriegt, dass ich Wasser brauche und nehmen meine zwei Trinkflaschen mit rein und füllen mir noch Eiswürfel in das Wasser. Das ist immer mehr als genial! Wenig später an einer Quelle, wo ich mir nochmal Wasser hole, hält ein Mann mit seinem Auto an, springt mit einem Glas heißem Tee und Zucker raus und eilt auf mich zu. Jetzt ist erst mal Teatime angesagt. Ich kann es wirklich nicht glauben. Da der Tee noch zu heiß ist, wird er kurz in die kalte Quelle gestellt. Zum Teetrinken ist noch zu sagen, dass man zum Würfelzucker selten einen Löffel zum Umrühren bekommt. Der Würfelzucker wird kurz in den Tee getaucht, dann vorne zwischen die Zähne gesteckt und dann der Tee durch den Zucker durchgesaugt. Eine andere Variante, wenn der Tee zu heiß ist, ist, dass man dann den Tee in einen Unterteller schüttet und ihn dann daraus schlürft. Die Prozedur mit dem Zucker bleibt dabei gleich.
Weitere Autos haben mittlerweile gehalten, ein Mann drückt mir eine Honigmelone in die Hand, eine Frau zwei leckere Fladenbrote. Ich sehe scheinbar schon ziemlich verhungert aus :-)
Einige der Mädels wollen jetzt unbedingt noch mit mir fotografiert werden. Dass ich wahrscheinlich schon stinke wie ein Iltis scheint niemanden zu stören und auch einen Arm um die total schwitzende Touristin zu legen (was natürlich nur die Frauen machen), ekelt wohl keinen an.
Da es jetzt schon Nachmittag ist, fragt sich jeder, wo ich denn schlafen werde. Ich sage daraufhin, in Damghan. Obwohl ich schon weiß, dass ich das heute nicht mehr schaffen kann. Aber ich kann ihnen wohl kaum erzählen, dass ich irgendwo mein Zelt aufschlagen werde. Nein, das geht gar nicht und gleich kommen mehrere gute Tipps daher: wieder wer weiß wie weit zurückradeln zu einem der Umstehenden (kommt gar nicht in Frage), mit einem Pickup-Truck mitfahren (nein, will ich auch nicht). Schließlich kommt einer auf die Idee, dass ich in der nächsten Ortschaft in ein Hotel gehen könnte. Das wäre sehr preiswert und gut. Also wird mir das Ganze in persisch aufgeschrieben und ich werde mit guten Wünschen wieder auf die Straße verabschiedet. 5 km sollen es bis zum nächsten Ort sein und mittlerweile wäre ich einer Dusche auch nicht abgeneigt, warum also dann nicht in ein Hotel? Wenn ein Iraner sagt, 5 km, ist es garantiert doppelt soweit. So auch hier, aber kein Problem, ich habe noch Zeit. In Kiasar angekommen, frage ich nach dem besagten Hotel. Weiter den Berg hoch ganz da oben und dann rechts. O.k. Ich sehe da oben ein Haus mit einem Werbeschild, das wird es wohl sein.
Durch den Ort und den Berg hoch muss ich schieben, es ist einfach zu steil. Dabei werde ich von und mit den sämtlichen Dorfmädels abgelichtet, eine Frau drückt mir eine Tüte Walnüsse in die Hand. Also verhungern werde ich heute jedenfalls nicht.
Weitere Autos haben mittlerweile gehalten, ein Mann drückt mir eine Honigmelone in die Hand, eine Frau zwei leckere Fladenbrote. Ich sehe scheinbar schon ziemlich verhungert aus :-)
Einige der Mädels wollen jetzt unbedingt noch mit mir fotografiert werden. Dass ich wahrscheinlich schon stinke wie ein Iltis scheint niemanden zu stören und auch einen Arm um die total schwitzende Touristin zu legen (was natürlich nur die Frauen machen), ekelt wohl keinen an.
Da es jetzt schon Nachmittag ist, fragt sich jeder, wo ich denn schlafen werde. Ich sage daraufhin, in Damghan. Obwohl ich schon weiß, dass ich das heute nicht mehr schaffen kann. Aber ich kann ihnen wohl kaum erzählen, dass ich irgendwo mein Zelt aufschlagen werde. Nein, das geht gar nicht und gleich kommen mehrere gute Tipps daher: wieder wer weiß wie weit zurückradeln zu einem der Umstehenden (kommt gar nicht in Frage), mit einem Pickup-Truck mitfahren (nein, will ich auch nicht). Schließlich kommt einer auf die Idee, dass ich in der nächsten Ortschaft in ein Hotel gehen könnte. Das wäre sehr preiswert und gut. Also wird mir das Ganze in persisch aufgeschrieben und ich werde mit guten Wünschen wieder auf die Straße verabschiedet. 5 km sollen es bis zum nächsten Ort sein und mittlerweile wäre ich einer Dusche auch nicht abgeneigt, warum also dann nicht in ein Hotel? Wenn ein Iraner sagt, 5 km, ist es garantiert doppelt soweit. So auch hier, aber kein Problem, ich habe noch Zeit. In Kiasar angekommen, frage ich nach dem besagten Hotel. Weiter den Berg hoch ganz da oben und dann rechts. O.k. Ich sehe da oben ein Haus mit einem Werbeschild, das wird es wohl sein.
Durch den Ort und den Berg hoch muss ich schieben, es ist einfach zu steil. Dabei werde ich von und mit den sämtlichen Dorfmädels abgelichtet, eine Frau drückt mir eine Tüte Walnüsse in die Hand. Also verhungern werde ich heute jedenfalls nicht.
Als ich dann an dem Haus ankomme, ist das überhaupt kein Hotel. Das darf doch nicht wahr sein, was haben die mir denn da aufgeschrieben? Es ist schon fast dunkel, also was tun. Ich frage zwei Schäfer am Straßenrand nach dem Hotel: hier ist das nicht, das sind noch 25 km bis dahin. Na wunderbar, das geht im Hellen jedenfalls nicht mehr und auf dieser stark befahrenen Straße im Dunkeln fahre ich sicher nicht. Die beiden Schäfer meinen, ich sollte nach Kiasar zurück, da gäbe es ein anderes Hotel. No way, dass ich da runterfahre und morgen wieder diese Mordssteigung hochschiebe, das hat mir vorher schon den Rest gegeben! Ich sage den beiden also, dass ich noch die 25 km radeln werde und verabschiede mich von den ungläubig Dreinschauenden. Das habe ich natürlich nicht vor, aber ich habe schon weiter oben einen Feldweg gesichtet, der von der Straße wegführt. Hier finde ich geschützt von einigen Bäumen einen super Platz zum Zelten. Ich warte allerdings noch bis es fast dunkel ist, bis ich das Zelt aufschlage. Schon jetzt ist es dermaßen feucht, dass in Minuten alles klamm ist. Schnell das Zelt aufbauen und alles nach innen verfrachten. Mit Essen kochen ist jetzt nicht mehr viel los, ich futtere ein paar Nüsse und die leckeren Brote, die mir die Frau geschenkt hat. Außerdem kann ich mich hier im Dunkeln wunderbar waschen, genug Wasser habe ich ja dabei.
Gefahrene km: 63 (mehr ist in den Bergen einfach nicht drin)
Am nächsten Morgen ist meine Isomatte platt. Hat wohl irgendwo ein Loch, da werde ich mich später darum kümmern. Ich packe das Zelt, das noch klatschnass ist, zusammen und radle weiter, bis ich eine super schöne und sonnige Stelle finde, an der ich erst mal frühstücke. Es gibt Nüsse, eine Gurke und einen Teil der Honigmelone. Die schmeckt hier total anders als bei uns. Irgendwie schokoladig/Cappuccino-mäßig, oder habe ich schon Entzugserscheinungen? Dann wird das Loch mit dem Lochschnüffler in der Isomatte gesucht. Wer sich jetzt fragt, was ein Lochschnüffler ist. Das ist ein kleines rundes Döschen, in dem ganz leichte Kügelchen sind. Auf der Unterseite der Dose ist ein dünnes Netz. Mit dem Lochschnüffler fährt man jetzt also an der Isomatte entlang und sobald sich die Kügelchen bewegen, hat man das Loch gefunden. Eigentlich zur Reparatur vom Fahrradschlauch gedacht, denn bei einer so großen Isomatte könnte das lange dauern, aber ich habe Glück und finde es gleich. Außerdem wird hier in der Sonne mein Zelt getrocknet und auch die verschwitzten Klamotten von gestern.
Nach noch ein paar steilen Strecken, geht es dann in ein wunderschönes Tal runter. Und hier kommt endlich der Abzweig weg von der Straße. Ich will nämlich nicht auf direktem Weg nach Damghan, sondern auf einer kleinen Seitenstraße durch die Berge. Dabei ist ein Zwischenstopp in Bad-ab-e Surt eingeplant. Das sind Kalksinterterrassen, so ähnlich wie in Pamukkale in der Türkei, aber in ziemlicher Einsamkeit.
Die Straße dorthin ist ein Traum, fast keine Autos, toller Teer (wie im Übrigen alle Straßen in Iran), freundliche Menschen, die immer für einen kleinen Ratsch zu haben sind und zusätzlich geht es noch leicht bergab. Was mich zwar freut, aber ich weiß, dass es irgendwann hoch geht, denn die Terrassen liegen auf 1800 Metern und ich bin jetzt gerade mal auf 1500. Plötzlich kommt mir einen BMW GS entgegen. Ist bestimmt ein Deutscher. Wir halten beide an und ratschen eine Weile. Er ist vor 6 Wochen von Ulan Bator (Mongolei) über Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan nach Iran gekommen. Über Tiflis wird er sein Motorrad in 2 Wochen wieder nach Deutschland verschicken müssen. Er beneidet mich schon um meine 6 Monate :-)
Das war mal wieder sehr schön, ein Gespräch in der Muttersprache zu führen, das vermisse ich schon ab und zu mal.
Weiter geht es in verschiedene Richtungen und nach ein paar Kilometern hält mich ein Motorradfahrer auf. Auf die bin ich ja gar nicht gut zu sprechen. Aber jeder soll ja seine Chance haben. In einem Kilometer wäre ein Parkplatz, wenn ich zu den Terrassen wollte, müsste ich da mein Rad abstellen. So ein Quatsch, die Terrassen liegen ja nicht in einem geschützten Gebiet und außerdem führt die Piste nach Damghan daran vorbei. Als ich am Parkplatz ankomme, wartet er schon auf mich und will mal wieder, dass ich anhalte. Ich sage ihm ganz höflich, nein danke und radle weiter. Da ruft er mir noch hinterher: "no bicycle". Ja, klar, wer´s glaubt. Wieder mal eine tolle Masche, hätte wohl gerne gehabt, dass ich mich bei ihm aufs Moped setze und mich dann schön an ihm festhalte, oder was? Zum Glück fährt er mir nicht hinterher. Für die Leute mit Pkw macht es auf jeden Fall Sinn, das Auto hier stehen zu lassen, denn die Piste wird wirklich sehr schlecht. Man kann dann ab Parkplatz mit Pickup-Trucks zu den Terrassen gefahren werden. Alle jubeln mir zu, als sie mich die Piste entlang pedalen sehen.
Hier bin ich sofort Gast bei einem Mann und seiner Frau, die mich zum Tee in ihr Zelt einladen. Die beiden sind Imker und leben hier tagsüber. Nachts fahren sie nach Hause nach Sari (das sind 4 Stunden einfach - also beschwer sich jetzt mal noch einer von uns über seine Fahrtzeiten zur Arbeit).
Man muss sich das Zelt jetzt eher als ein Zelt vom THW vorstellen und nicht wie ein paar-Mann-Zelt. Außer Tee gibt es natürlich wieder Schafskäse, Fladenbrot und den selbstgemachten Honig, der super gut schmeckt. In meine kleine Wasserflasche wird mir gleich was davon abgefüllt. Außerdem brutzeln mir die beiden noch 2 Eier in einer Pfanne raus. Da hilft kein ablehnen, ich muss was essen. Bestimmt haben die beiden nicht viel und jetzt kommt da auch noch ein Gast aus Deutschland daher, der bewirtet werden will. Da es ja schon später Nachmittag ist, frage ich, ob ich nicht hier in der Nähe mein Zelt aufschlagen könnte. Nein, das wäre ganz schlecht, weil nachts wäre hier ja keiner mehr. Na super, das ist doch genau das, was ich mir vorstelle. Jetzt soll ich mir aber erst mal die Kalksinterterrassen anschauen. Also geht der Mann mit mir los, den steilen Berg hoch. In einer unglaublich wilden Berglandschaft liegen die Terrassen. Vielleicht ist das ganze nicht so groß wie in der Türkei, aber die Landschaft ist einfach unbeschreiblich schön. Über den Bergen hängen jetzt dunkle Wolken, die dem ganzen Szenario noch etwas zusätzlich Spannendes verleihen. Eine tolle Stimmung ist das jetzt wo die Sonne schon tief steht und die Farben sind unglaublich. In einem Becken liegen zwei Frauen, natürlich wieder in voller Montur, die es super finden würden, wenn ich auch reinkommen würde. Wenn ich gewußt hätte, dass ich mich heute nicht mehr waschen kann und noch schlimmer, mit meinen eingeschweißten Klamotten in den Schlafsack krieche, hätte ich das vielleicht doch gemacht.
Man muss sich das Zelt jetzt eher als ein Zelt vom THW vorstellen und nicht wie ein paar-Mann-Zelt. Außer Tee gibt es natürlich wieder Schafskäse, Fladenbrot und den selbstgemachten Honig, der super gut schmeckt. In meine kleine Wasserflasche wird mir gleich was davon abgefüllt. Außerdem brutzeln mir die beiden noch 2 Eier in einer Pfanne raus. Da hilft kein ablehnen, ich muss was essen. Bestimmt haben die beiden nicht viel und jetzt kommt da auch noch ein Gast aus Deutschland daher, der bewirtet werden will. Da es ja schon später Nachmittag ist, frage ich, ob ich nicht hier in der Nähe mein Zelt aufschlagen könnte. Nein, das wäre ganz schlecht, weil nachts wäre hier ja keiner mehr. Na super, das ist doch genau das, was ich mir vorstelle. Jetzt soll ich mir aber erst mal die Kalksinterterrassen anschauen. Also geht der Mann mit mir los, den steilen Berg hoch. In einer unglaublich wilden Berglandschaft liegen die Terrassen. Vielleicht ist das ganze nicht so groß wie in der Türkei, aber die Landschaft ist einfach unbeschreiblich schön. Über den Bergen hängen jetzt dunkle Wolken, die dem ganzen Szenario noch etwas zusätzlich Spannendes verleihen. Eine tolle Stimmung ist das jetzt wo die Sonne schon tief steht und die Farben sind unglaublich. In einem Becken liegen zwei Frauen, natürlich wieder in voller Montur, die es super finden würden, wenn ich auch reinkommen würde. Wenn ich gewußt hätte, dass ich mich heute nicht mehr waschen kann und noch schlimmer, mit meinen eingeschweißten Klamotten in den Schlafsack krieche, hätte ich das vielleicht doch gemacht.
Später unten im Zelt wird klar, die beiden wollen mich hier nachts nicht alleine lassen und beschließen also, mit mir zusammen die Nacht in deren Zelt zu verbringen. Ist wirklich super lieb gemeint, aber ich kann ihnen schlecht sagen, dass ich lieber alleine wäre, damit ich mich wenigstens in dem kleinen Bach, der am Zelt vorbeifließt waschen kann. Daraus wird aber nichts, denn selbst im Zelt wird das Kopftuch nicht abgelegt. Die beiden sind wohl sehr streng gläubig. Als ich wieder zurückkomme von der Besichtigung hat die Frau schon meine Schlafstätte bereitet, ich soll mich doch jetzt bitte ausruhen, ich werde zugedeckt und dann gehen die beiden vors Zelt zum Beten. Das Ganze ist grade so unwirklich, dass ich mir vorkomme, wie in einem ganz anderen Film. Da liege ich hier also in dem Zelt der Imker, die beiden sind draußen beim Beten, offensichtlich gibt es noch ein Abendessen, denn auf dem einflammigen Gaskocher brutzelt etwas in einer Raine vor sich hin, das schon super gut riecht. Der Mann trägt noch mein Rad von dem Feldweg zum Zelt, damit ich an meine Taschen komme, meinen Schlafsack brauche ich, weil nicht genug Decken für alle da sind. Dann probiert er gleich noch das Radfahren (ohne Gepäck), denn das hat er wohl noch nie gemacht. Seine Frau kugelt sich dabei vor Lachen.
Das Abendessen dauert ewig, bis es fertig gebrutzelt ist. Der Mann zeigt mir das Gewehr, mit dem er den Vogel, den wir gleich essen werden, geschossen hat. Wir studieren über dem Persisch-Wörterbuch, was für ein Vogel es war, aber leider ist weder Wachtel noch Fasan aufgeführt. Von der Größe her gehe ich aber davon aus, dass es Wachteln sind. Als Gast bekomme ich als erstes mal die Innereien rausgefischt und eingewickelt in Fladenbrot gereicht. Mann, ist das lecker! Ich packe mittlerweile meine Melone aus, aber die wollen sie nicht annehmen. Ich erkläre, dass ich für morgen weniger Gewicht brauche und erst da langen sie zu. Beide können es nicht glauben, dass ich diese schlechte Piste morgen weiter will. Das wäre super steil und anstrengend und viel zu schwer für mich. Klar, er hat vorher das Rad hierher geschleppt. Aber diese Strecke will ich unbedingt machen und ich versuche ihnen zu erklären, dass ich endlich mal etwas radeln will, wo keine Autos fahren und es mir außerdem egal ist, wielange das dauert.
Als das Essen in der Raine fertig ist, muss noch der Reis gekocht werden, es gibt ja nur den einen Kocher. Der Reis wird danach mit dem Fleisch und ein paar Auberginen gemischt, es kommt noch einiges an Öl rein und dann alles zusammen wieder in die Raine. Das wird dann solange gekocht, bis der Reis unten schön knusprig angebrannt ist. Inzwischen wird noch ein Tomatensalat mit Zwiebeln gemacht und eine ganz leckere Sauce dazu. Leider kann ich im Halbdunkeln (es gibt nur eine Petroleumlampe als Lichtquelle) nicht erkennen, wie die heißt. Das Essen, als es fertig ist, ist sowas von lecker, ich könnte die ganze Raine verdrücken. Mir werden natürlich die dicksten Fleischstücke auf den Teller gehäuft. Die beiden hätten mir auch noch den Rest gegeben und selbst nur etwas Reis und Salat gegessen, aber ich sage dann, dass ich schon satt bin. Geht gar nicht, dass ich hier das ganze Vogelvieh alleine verdrücke.
Das Abendessen dauert ewig, bis es fertig gebrutzelt ist. Der Mann zeigt mir das Gewehr, mit dem er den Vogel, den wir gleich essen werden, geschossen hat. Wir studieren über dem Persisch-Wörterbuch, was für ein Vogel es war, aber leider ist weder Wachtel noch Fasan aufgeführt. Von der Größe her gehe ich aber davon aus, dass es Wachteln sind. Als Gast bekomme ich als erstes mal die Innereien rausgefischt und eingewickelt in Fladenbrot gereicht. Mann, ist das lecker! Ich packe mittlerweile meine Melone aus, aber die wollen sie nicht annehmen. Ich erkläre, dass ich für morgen weniger Gewicht brauche und erst da langen sie zu. Beide können es nicht glauben, dass ich diese schlechte Piste morgen weiter will. Das wäre super steil und anstrengend und viel zu schwer für mich. Klar, er hat vorher das Rad hierher geschleppt. Aber diese Strecke will ich unbedingt machen und ich versuche ihnen zu erklären, dass ich endlich mal etwas radeln will, wo keine Autos fahren und es mir außerdem egal ist, wielange das dauert.
Als das Essen in der Raine fertig ist, muss noch der Reis gekocht werden, es gibt ja nur den einen Kocher. Der Reis wird danach mit dem Fleisch und ein paar Auberginen gemischt, es kommt noch einiges an Öl rein und dann alles zusammen wieder in die Raine. Das wird dann solange gekocht, bis der Reis unten schön knusprig angebrannt ist. Inzwischen wird noch ein Tomatensalat mit Zwiebeln gemacht und eine ganz leckere Sauce dazu. Leider kann ich im Halbdunkeln (es gibt nur eine Petroleumlampe als Lichtquelle) nicht erkennen, wie die heißt. Das Essen, als es fertig ist, ist sowas von lecker, ich könnte die ganze Raine verdrücken. Mir werden natürlich die dicksten Fleischstücke auf den Teller gehäuft. Die beiden hätten mir auch noch den Rest gegeben und selbst nur etwas Reis und Salat gegessen, aber ich sage dann, dass ich schon satt bin. Geht gar nicht, dass ich hier das ganze Vogelvieh alleine verdrücke.
Nach dem Essen noch Zähneputzen am Bach, als Clo dient eine Hecke, hinter die man sich mit einem Plastikkrug bewaffnet setzt. Also um genau zu sein, war die glaube ich nur zum Pinkeln gedacht, keine Ahnung, wo der Rest stattfand :-) Sorry, dass ich euch hier immer mit meinen Clogeschichten komme.
Wie schon geschrieben, wird hier selbst zum Schlafen nicht das Kopftuch abgenommen und so schlüpfe ich nach dem Abendessen mit meiner total verdreckten Trekkinghose, meiner durchgeschwitzten Bluse und meiner Kopfbedeckung in meinen Schlafsack. Voll eklig und ich fühle mich super unwohl. Morgen in Damghan gibt es ein Hotel, bei aller Gastfreundschaft, da brauche ich eine Dusche.
Am nächsten Morgen dann stehe ich schon früh auf, denn ich will die Kälte morgens nutzen, wenn es noch angenehm ist zum Radeln. Ich habe gestern zwar gesagt, dass ich kein Frühstück will, aber ohne Tee darf ich nicht aus dem Zelt. Das Fladenbrot wird mir eingepackt, da ich erkläre, dass ich so früh morgens noch nichts essen kann. Dann tragen mir die beiden auch noch meine Taschen zum Rad. Zumindest die Frau drücke ich ganz fest und küsse sie auf beide Wangen, so lieb wie die beiden waren. Er gibt mir nicht die Hand, sondern legt sie zum Abschied nur auf sein Herz. Ich bin fix und fertig und überwältigt von so einer Freundlichkeit. Geld zu geben wäre eine Beleidigung und sonst habe ich ja nichts dabei, was die beiden brauchen könnten. Also verabschieden wir uns und ich radle los in einen total kitschigen Sonnenaufgang. Die Bergwelt hier ist unbeschreiblich, jetzt liegt noch Nebel über dem Tal, der sich dann langsam auflöst, die Berge in der Ferne sind nur blasse Silhouetten und ab und zu schauen die Gipfel der höheren Berge aus dem Nebel raus. Für die 13 km bis zur Teerstraße brauche ich 4 Stunden (Pause mit dabei), am Schluss ist es nochmal 2 km wahnsinnige Schinderei, denn es ist so steil, dass man es beim besten Willen nicht radeln kann. Was man aber nicht mehr radeln kann, kann man auch kaum mehr hochschieben, so geht es wirklich nur meterweise bergauf. Trotzdem hat sich die ganze Anstrengung gelohnt, der Blick zurück belohnt einen allein schon und auch was man Schönes auf den letzten 13 km gesehen hat. Das Schönste kommt aber noch, nämlich der über 1000 Höhenmeter nach unten führende Downhill auf einer super geteerten Straße ohne Autos. Die Straße hat genau das richtige Gefälle. Sie ist ist nicht so flach, dass man treten muss und auch nicht so steil, dass einem vom Bremsen die Hände weh tun. Es ist eine perfekte Straße, die ich jetzt gerne 1000 km so hätte. Man lässt sich einfach vom Gefälle an einer wunderschönen Landschaft vorbeitragen. Als ich um eine Kurve komme, plötzlich die Berge in allen möglichen Braun- und Rottönen, ähnlich wie in Utah/New Mexico), davor eine Schäferhütte. Urtümlicher geht es nicht mehr. Hier mache ich Pause, das ist einfach zu schön, um so schnell daran vorbei zu fahren. Der Rest der Melone wird vernichtet, das Fladenbrot mit dem Honig und Nüsse habe ich auch noch ziemlich viele. Mir graut schon vor der Hauptstraße, die jetzt in ein paar Kilometern kommen muss, aber es hilft ja nichts. So schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, war es dann aber doch nicht und ich radle noch 40 km bis Damghan. Damghan ist eine der ältesten Städte des Iran, liegt an der ehemaligen Seidenstraße und am Rande der Dasht-e Kavir, der Kavirwüste. Trotzdem liegt die Stadt auf 1300 Höhenmetern und es ist unbeschreiblich heiß.
Ein Motorradfahrer (schon wieder) der mich beim Einfahren in die Stadt erspäht hat, fragt, wo ich hinwill. Ich sage ihm das Hotel und er meint, er würde mir den Weg zeigen und fährt voraus. Das hätte ich in ewigen Zeiten nicht selbst gefunden. Auch hier wieder, er hat mich nur hingebracht, weil ich fremd bin und mich nicht auskenne. Er will nichts dafür und ist einfach nur froh, dass er mir helfen konnte. Das Hotel ist recht einfach, eher ein Hostel, aber ich bekomme ein Zimmer mit eigenem Bad und sogar mit einem kleinen, total verdreckten Balkon, auf dem ich aber immerhin meine Klamotten, die dringend gewaschen werden müssen, aufhängen kann. Auch eine Art Klimaanlage ist vorhanden. Eine Art sage ich deshalb, weil es über dem Bett einfach nur ein paar Lüftungsschlitze gibt, woher die kühle Luft kommt, keine Ahnung. Sogar einen Kühlschrank (auch total verdreckt und bestenfalls geeignet, um Flaschen reinzustellen) und einen Fernseher gibt es. Zum Duschen steht man quasi über dem Plumpsclo, in das das Wasser läuft. Aber dafür kostet die Nacht nur 12€ und da ich per Tag mit 25 gerechnet hatte, passt das ganz gut. Bis jetzt habe ich noch nicht viel Geld gebraucht, da ich ständig zum Essen eingeladen werde, oder mir etwas geschenkt wird. Und WLAN, mit dem ich euch meine Berichte schicken kann, gibt es auch. Was will der Mensch mehr. Als aller-aller-aller-erstes reiße ich mir, kaum im Zimmer angekommen, die Klamotten vom Leib und stelle mich bestimmt für 30 Minuten unter die kalte Dusche. Was für eine Wohltat! Ich möchte nicht wissen, was der Typ vom Empfang gedacht hat, als er mich gerochen hat. Ich konnte es selbst schon fast nicht mehr aushalten, was für ein Gestank von mir weggegangen ist.
Nun bin ich also in Damghan, habe mich heute auf Besichtigungstour begeben, wurde in einer antiken Stätte, in der ich komplett alleine war auf einem Teppich mit Tee vom Moschee-Wärter bewirtet und von einer Familie im Auto von einer zur anderen Besichtigungsstätte gefahren, einfach nur so. Die Moschee, in der ich zum Tee trinken saß, ist eine der ältesten des Iran (760 n. Chr.). Die meisten Wände sind aus Lehm, da sieht man mal wie selten es hier regnet. Nicht ganz so alt ist das Ziegelminarett, das 28 Meter hoch ist. Leider ist die Freitagsmoschee versperrt, ein Mann versucht zwar, den Schlüsselträger ausfindig zu machen, aber das klappt leider nicht. Auch der Grabturm Pir-e Alamdar aus dem Jahr 1027 n.Chr. ist vor allem wegen seiner im Inneren rundumlaufenden Kufi-Inschrift sehr interessant. Auch hier muss mir der Schlüsselträger aufsperren, kostet nichts. Lediglich für die Moschee musste ich 200.000 Rial (5 €) zahlen.
Morgen soll es weiter gehen, aber wie? Ich könnte mit dem Zug nach Mashad fahren, denn die Strecke von hier am Nordrand der Kavirwüste entlang soll super langweilig, heiß und voller LKW sein. Ein anderer Plan wäre, nochmal die Berge an anderer Stelle zu durchqueren und nach Gorgan zu fahren. Von dort aus in die Turkmenensteppe und an der Turkmenischen Grenze entlang nach Mashad (1400 km). Oder ich könnte von hier aus die Wüstendurchquerung angehen und Mashad links liegen lassen, aber es ist schon brutal heiß. Lt. Roadbook von einem Radfahrer, der die Tour schon gemacht hat, gibt es alle mindestens 20 - 50 km Wasser an entweder Moscheen, Polizeistationen oder kleinen Ortschaften. Das erzähle ich schon gar keinem hier, die denken eh schon, dass ich komplett durchgeknallt bin.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen