Mit Schrecken haben mich viele von euch angeschaut, als ich erzählt habe, dass ich auch wild zelten werde.
Ob ich denn keine Angst hätte? Ich bin mir nicht sicher, wovor ich denn Angst haben sollte.
Vor Menschen? Da wo ich wild zelte ist tiefste Pampa oder Gebirge und da ist bestenfalls mal ein Schäfer unterwegs. Da ich bezweifle, dass es viele Schäfer gibt, die Vergewaltigungs-Potenzial haben, habe ich davor schon mal keine Angst. Und dass irgendwelche Perversen in menschenleerer Landschaft sitzen und darauf warten, dass Fr. Merk aus Deutschland mit ihrem Radl vorbeikommt, um sie hinter einen Busch zu zerren, ist auch ziemlich unwahrscheinlich. Genauso denke ich auch über Überfälle. Die sind in unbewohnten Gegenden doch recht unwahrscheinlich, da einfach für den Gauner nicht lohnenswert.
Vor Tieren? Da könnte man nun eher Angst haben. Es gibt in Iran Bären und Wölfe. Aber sind die im September/Oktober so ausgehungert, dass sie eine Camperin anfallen müssen? Nein. Diese Tiere sind generell menschenscheu und wahrscheinlich würde man sie gar nicht bemerken. Einzig die Vogelspinnen bzw. Spinnen an sich finde ich persönlich jetzt ziemlich eklig und würde wahrscheinlich einen ziemlichen Schrei loslassen, wenn so ein Vieh sich denn mal auf mein Zelt verirren würde. Es gibt auch Skorpione und Schlangen, aber die kommen ja ebenfalls nicht ins Zelt und Schuhe sollte man generell nicht vor dem Zelt stehen lassen.
Vor Unfällen? Das ist natürlich immer möglich. Kann einem aber auch in Deutschland passieren und wenn man bei der Alpenüberquerung mit dem Rad stürzt, kann es auch sein, dass man tagelang nicht gefunden wird und ebenfalls keinen Handy-Empfang hat.
Die größte Gefahr meiner Meinung nach ist der Straßenverkehr, denn da kann einem alles mögliche passieren. Daher werde ich versuchen, soweit möglich, die Hauptstraßen zu meiden und auf kleinen Nebenstraßen oder Feldwegen, Schotterpisten diese zu umgehen.
Die größte Gefahr meiner Meinung nach ist der Straßenverkehr, denn da kann einem alles mögliche passieren. Daher werde ich versuchen, soweit möglich, die Hauptstraßen zu meiden und auf kleinen Nebenstraßen oder Feldwegen, Schotterpisten diese zu umgehen.
Wenn man aber schon von Anfang an mit solchen Gedanken auf eine Reise geht, ist das für die Psyche nicht förderlich, da man dann hinter jedem Felsen eine andere Gefahr wittert. Positiv denken ist meine Devise und nicht gleich in jedem Menschen etwas schlechtes wittern.
Zum Zeltaufbau in der Wildnis habe ich noch einige Tipps für euch:
1. Schlagt das Zelt erst auf, wenn es dunkel wird. Damit haltet ihr die Gefahr gering, dass
ihr entdeckt werdet.
2. Am besten man sucht sich einen Platz, der von der Straße nicht einsehbar ist. Oberhalb
der Straße ist gut, oder auch wo man einiges zu Fuß laufen muss. Die Menschen sind
von Natur aus faul und haben keine Lust einen steilen Berg hochzulaufen.
3. Nachts natürlich kein Feuer anzünden oder mit der Stirnlampe zu lange rumhantieren,
das sieht man meilenweit. Wenn ihr euch mit dem Campingkocher etwas zu Essen
macht, am besten auf einen Felsen stellen oder eine Stelle suchen, wo es nicht
staubtrocken ist. So ein Waldbrand ist schnell entfacht und kann fatale Folgen haben!
4. Nicht in ausgetrockneten Flussbetten nächtigen. Man weiß nie, wo in der Nacht ein
Wolkenbruch runtergeht und am Schluss wacht man mitten im Fluss auf. Außerdem ist es
an Flüssen oder Seen in der Nacht meist sehr feucht und kalt.
5. Hinterlasst keinen Müll und nehmt leere Verpackungen wieder mit. Vergraben ist nicht
sinnvoll, außer ihr wollt ein metertiefes Loch ausheben. Die Verpackungen können von
Tieren, die etwas leckeres schnuppern wieder ausgebuddelt werden und liegen dann in
der Gegend rum. Auch Clopapier bitte nicht in der Gegend herumliegen lassen und
ebenfalls nicht sinnvoll ist, es mit einem Stein zu beschweren. Ab damit in eine
verschließbare Zippertüte und mit dem restlichen Müll mitnehmen.
6. Sollte man doch einmal entdeckt werden, ist es gut, wenn man auf die Person direkt
zugeht und in der Landessprache anspricht. Wenn man noch etwas zu essen oder
trinken anbieten kann, hilft das die anfängliche Skepsis abzubauen. Sollte man aus
Versehen jemandes Privatgrundstück ausgesucht haben und wird darauf aufmerksam
gemacht, sollte man einfach nach einer Alternative für eine Übernachtung fragen. Meist
ergeben sich daraus ganz tolle Begegnungen.
7. Die meisten Leute haben nichts gegen eine einmalige Übernachtung in der Wildnis, wenn
daraus aber mehrere Tage werden, sieht das meist ganz anders aus. Also am besten,
spät das Zelt aufstellen und früh wieder raus.
8. Vermeidet Lärm, laute Musik oder Herumschreien - auch Tiere mögen das nicht.
9. Keine Tiere füttern oder anlocken.
10. Nicht in Naturschutzgebieten oder Nationalparks zelten, außer an dafür freigegebenen
Stellen.
| Frühstück im Paria Canyon (USA 2012) |
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